Meine Behinderung resultierte aus einer Wirbelsäulenverletzung, die ich mir bei einem Straßenverkehrsunfall 1980 zugezogen hatte. Von Beginn an war Kontinenz ein großes Thema, selbst bei dem 12-wöchigen 'Bettaufenthalt' nach dem Unfall. Ich hatte nie daran gedacht, die Fähigkeit, wann und wo ich auf die Toilette gehe, zu verlieren. Ich sollte bald erfahren, dass nicht ich, sondern meine Blase die Steuerung buchstäblich übernahm!
Während meiner Rehabilitation, die ich in einem Rollstuhl verbrachte, mußte ich die einfachen, täglichen Aufgaben, die ich immer für selbstverständlich hielt, neu erlernen. Ich war glücklich, dass ich die Wahl zwischen verschiedenender Blasen Management Möglichkeiten treffen konnte, und hatte früh genug entschieden, keinen angebrachten Dauerkatheter zu verwenden. Dies verhalf mir zu einer gewissen Unabhängigkeit.
Die Selbstkatheterisierung (ISK) wurde mir stoßweise während der letzten Woche, die ich im Bett verbrachte, beigebracht. Ich verwendete einen PVC-Katheter mit Gel (was ein bißchen unordentlich sein kann) und entleerte meine Blase in eine Plastikauffangbeutel (der zum Glück dicht war), der dann von einer Krankenschwester entsorgt wurde. Einfach, wie es in einem Krankenhaus eben ist, hatte ich nach dem Rufen einer Krankenschwester den ganzen Service - zu jeder Zeit, wenn ich Hilfe benötigte.
Ab diesem Zeitpunkt begannen die Probleme. Festgesetzt im Rollstuhl fuhr ich mit der gleichen ISK Technik fort, allerdings gestaltete sich das Katheterisieren sehr schwierig. Einige Wochen später erklärte mir ein Facharzt, dass bei der Katheterisierung im Rollstuhl eine andere Sitzposition hilfreich sein würde. Plötzlich mußte ich immer daran denken, genügend Katheter, Gleitgel, Auffangbeutel, Desinfektionsmittel mit mir mitzuführen. Außerdem mußte ich auch immer die Zeit einplanen, die ich zum Aufsuchen einer Toilette benötigte. Was während meines Krankenhausaufenthalt leicht war, schien jetzt unmöglich zu sein.
Zu Beginn plagten mich auch Hanrwegsinfekte, die mit den ersten Anzeichen des häufigen Harndrangs anfingen. Häufig schaffte ich es nicht mehr rechtzeitig zur Toilette zu gelangen.
Viele Monate nach meinem Spitalsaufenthalt machte ich mit einem anderen Rollstuhlbenützer in einer Bar Bekanntschaft. Er erzählte von den mir unbekannten LoFric Kathetern. Ich kann ehrlich sagen, dass noch nie ein einzelnes Produkt soviel Einfluss auf mein Leben hatte! Diese Katheter reduzierten nicht nur die Zeit, die ich für gewöhnlich auf der Toilette verbrachte (früher bis zu 10 Minuten), sondern lösten auch die Probleme der wiederkehrenden Harnwegsinfekte.
Es ist unnötig zu sagen, dass ich nach dem Unfall viele unangenehme und fragwürdige Dinge erlebt habe. Mit einer positiven Einstellung und ein wenig Glück kann man in den meisten Fällen eine befriedigende Lösung finden. Ich frage mich, ob ich nicht ein Buch schreiben sollte mit dem Titel "Wenn ich nur gewußt hätte, was ich jetzt weiß!"
Ironischerweise hat ein zufälliges Treffen in einer Bar mein Leben verändert - hier habe ich LoFric Katheter kennengelernt - und nicht einer von den hunderten Fachleuten, die ich über die Jahre hinweg kenngelernt hatte.